
Bereits vor Wochen wurde durch die Fraktion SPD/Bündnisgrüne im Merseburger Stadtrat nachgefragt, warum den in Merseburg-Süd betroffenen Mietern im Zusammenhang mit dem Verkauf ihrer Wohnungen die mitbeschlossene Sozialcharta nicht zur Kenntnis gegeben wurde. Nunmehr, 5 Tage nach der OB-Wahl, nahm sich die MZ des Themas öffentlich an. Beim Lesen blieb bei mir in mehrfacher Hinsicht ein fader Beigeschmack zurück. Der schlimmste dabei: Neben den verkauften Wohnungen müssen sich auch die Mieter als „verkauft“ empfinden. Anstatt sie als betroffene Subjekte zu behandeln und zeitgleich mit dem Verkauf über ihren in der Sozialcharta vereinbarten zusätzlichen Mieterschutz wortgenau zu informieren, verschanzt sich der Verkäufer nachträglich hinter einer fragwürdigen Rechtsposition. Und der neue Eigentümer lässt verlauten, die Sozialcharta betreffe nicht die Vertragsbeziehungen zu den Mietern und gibt – in einem Anflug von Gnade – immerhin Auszüge aus der Charta bekannt.
